In der Stadt Halle sollte künftig das Prinzip „Jeder kann etwas! – Arbeit und Bildung sind die besten Mittel zur Selbsthilfe“ gelten. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Arbeit und Bildung zu sozialer Teilhabe führen, passiver Leistungsbezug fördert Isolation und Ausgrenzung. Es gilt, die kreativen Kräfte jedes Einzelnen voll auszuschöpfen. Jeder Mensch soll die Möglichkeit bekommen, seine kreativen Fähigkeiten umfassend zu entwickeln und zu nutzen. Ziel muss es sein, dass der Einzelne seinen Lebensunterhalt sichern kann und die Produktivität der gesamten Gesellschaft steigt.

Die Jugend- und Sozialhilfe soll sich von einem reagierenden System hin zu einem präventiven Dienstleistungsunternehmen entwickeln. Die Sozialplanung muss die gesetzlichen Vorgaben stringent umsetzen und die sozialen Herausforderungen in unserer Stadt umfassend beschreiben.

Die Förderung der Freien Träger in der Kinder- und Jugendarbeit ist für mich eine „Pflichtleistung“. Dabei ist es wichtig, dass die öffentliche Jugendhilfe und die Freien Träger zum Wohl junger Menschen und ihrer Familien partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Eine kontinuierliche Finanzierung der Träger durch die Stadt muss gewährleistet sein. Nicht das Thema eines Projektes sollte entscheidend für die Finanzierung und Förderung des Trägers sein, sondern seine qualitative Arbeit in Gänze auf der Grundlage verbindlicher Sozialplanung. Doppelstrukturen sind zu vermeiden, der Erfolg der einzelnen Maßnahmen ist zu prüfen.

Anzustreben ist eine stärkere Zusammenarbeit der Träger in der Kinder- und Jugendarbeit mit Universitäten, Schulen, Kindertagesstätten und Vereinen, in einem vernetzten System, mit einem klaren Auftrag. Kinder und Jugendliche in Halle sollen sich beteiligen und einmischen. Maßnahmen, die Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz fördern – beginnend in Kindertagesstätten und Schulen – sind durch die Stadt zu unterstützen.

In unserer Stadt leben 15.000 Ausländer, das sind sieben Prozent der halleschen Gesamtbevölkerung. Migranten bereichern unsere Stadt. Die kommunale Integrationspolitik, die insbesondere durch lokale Netzwerke getragen wird, muss stetig um entsprechende sprachliche, berufliche und sozialräumliche Angebote ergänzt werden. Aussagen über die Wirkung einzelner Integrationsmaßnahmen können mit Hilfe definierter Bewertungsmaßstäbe getroffen werden.

Bis 2025 werden fast ein Drittel aller Hallenser älter als 65 Jahre sein. Ihre Erfahrungen müssen in allen Handlungsfeldern unserer Stadt stärker einfließen. In Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat der Stadt Halle sind Angebote altersgerecht zu gestalten und zu entwickeln.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist effektiv zu fördern. Die Barrierefreiheit in unserer Stadt ist konsequent voranzutreiben; dazu gehören auch umfassende Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen.

Als Oberbürgermeister werde ich:

  • die Präventionsarbeit mehrerer Bereiche miteinander verknüpfen: von den vorgeburtlichen und präventiven Gesundheitsdiensten über die Familien-  und Elternbildungsarbeit bis hin zum allgemeinen Sozialdienst, den Kindertageseinrichtungen, den Nachbarschaftszentren sowie den ärztlichen Praxen und therapeutischen Hilfsangeboten, nicht zuletzt den Selbsthilfegruppen, den kirchlichen Gemeinden und Vereinen;
  • konsequent den familiensystematischen Ansatz in den Mittelpunkt sozialer Arbeit stellen. Ein zentraler Ansprechpartner (Fallmanager) koordiniert dabei Hilfen in der Familie aus einer Hand. Dadurch kann der Erfolg der Maßnahmen gemessen werden, zudem entstehen Einsparungen;