Die Arbeitslosenquote in Halle lag im Mai 2012 bei 12,3 Prozent, im Juni 2016 bei 10,9 Prozent. Auch wenn sich die Arbeitsmarktzahlen in unserer Stadt stetig leicht verbessern, bleiben junge Erwerbslose unter 25 Jahren – mit und ohne anerkannten Berufsabschluss – sowie Langzeitarbeitslose über 50 Jahre ein Schwerpunktthema.

Ziel muss es deshalb einerseits sein, neue und gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu müssen die kreativen Talente jedes Einzelnen ausgeschöpft werden. Die Unternehmen selbst müssen ihre Mitarbeiter ständig in Innovationen und Produktivitätssteigerungen einbeziehen, um die Arbeitsprozesse zu verbessern. Stetig wird die wirtschaftliche, wissenschaftliche und soziale Infrastruktur in der Stadt optimiert – für Neuansiedlungen und etablierte Unternehmen. Die qualifizierte Partnerschaft zwischen Universität, Unternehmen und der Stadt muss weiterentwickelt werden.

Andererseits müssen (langzeit)arbeitslose Jugendliche passgenau qualifiziert und integriert werden, zudem in ihrer Selbstverantwortung geschult werden. Es sollte grundsätzlich das Prinzip der unmittelbaren Aktivierung durch Sofortangebote am Tag der Antragstellung gelten. Bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sind die enge Verzahnung von beruflichem Alltag, sozialpädagogischer Begleitung und gezielter Qualifizierung entscheidend. Ein qualifizierter in der Familie wirkender Job-Coach mit umfangreichen Unternehmenskontakten, die enge Zusammenarbeit mit persönlichem Ansprechpartner im Job-Center sowie die Mitarbeit des Jugendlichen im regulären Arbeitsalltag sind ebenfalls von Bedeutung. Personen mit Vermittlungshindernissen können durch eine stärkere Einbindung der lokalen Wirtschaft integriert werden.

Um im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltige Erfolge erzielen zu können, muss in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen investiert werden. Fördermöglichkeiten bieten sich der Stadt Halle über den kommunalen Eigenbetrieb für Arbeit. Der Eigenbetrieb hat die vorrangige Aufgabe, Teilnehmer zu aktivieren und an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen – durch verschiedene Förderprogramme der Europäischen Union, von Bund, Land und der Kommune. Im Erfolgsfall entlastet sich die Stadt von den „Kosten der Unterkunft“.

 

Als Oberbürgermeister werde ich

  • Arbeitslosen und ihren Familien im „Dienstleistungszentrum Familie“ ganzheitliche und individuelle Betreuung anbieten. Die Beratung führen Integrationsbegleiter (Fallmanager) durch, die benötigte Hilfe aus einer Hand anbieten. Dabei geht es um die Vermittlung von Arbeit- und Praktikumsplätzen sowie die Entwicklung familienspezifischer Lösungsansätze;
  • Stabilisierung und Weiterentwicklung des Hauses der Jugend inkl. der Umsetzung des ESF-Landesprojekts „RÜMSA“;
  • Asylbewerber unterstützen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.